Esther Voswinckel Filiz: İPUÇLARI – Textile Formen des Wissens – Öffnungszeiten: Freitag, 22. Mai, 11.00–17.00 Uhr

Installation
Orient-Institut Istanbul, Ausstellungs- und Konferenzraum
20.–24.Mai.2026
Eröffnung: Mittwoch, 20.5., 19.00 Uhr
Öffnungszeiten:
Donnerstag (21.5.) und Freitag (22.5.): 11.00–17.00 Uhr
Samstag (23.5.) und Sonntag (24.5.): 12.00–18.00 Uhr
Führungen:
Donnerstag und Freitag: 12.00 Uhr
Samstag und Sonntag: 15.00 Uhr
Sprache: Englisch & Türkisch
Bevor Byzanz gegründet wurde, so erzählt man sich, existierte bereits eine ältere Siedlung am anatolischen Ufer des Bosporus. Eines Tages beschlossen ihre Bewohner, eine Festung zu errichten. Sie begannen damit, Pfähle in den Boden zu treiben und Fäden zwischen ihnen zu spannen, um die Mauern über dem zukünftigen Fundament gerade auszurichten. Doch in der Nacht stahlen Vögel diese Fäden. Sie trugen sie über das Wasser und ließen sie an der Spitze der Istanbuler Halbinsel fallen. So wurde die Hauptstadt zweier Imperien später dort, am gegenüberliegenden Ufer, gegründet.
Folgt man dem Flug der mythischen Vögel und den Fäden in ihren Schnäbeln in dieser Legende, erscheint Istanbul wie ein luftiges Gewebe, dessen Fäden uns immerzu von einer Seite zur anderen führen. Sie sind flüchtige Verbindungen zwischen Hier und Dort, zwischen Erde und Himmel, zwischen dem Greifbaren und dem Unsichtbaren und zwischen weit entfernten Zeiten. Manche Fäden tragen Gebete in sich, die leise in die feinen Spitzenmaschen (oya) in den Händen alter Frauen gesprochen wurden. Andere Fäden werden an heiligen Orten zurückgelassen. Besonders im Mai sieht man in ganz Anatolien Bänder und Wünsche in den Bäumen hängen.
„Und haltet alle fest am Seil Allahs“, heißt es im Koran (3:103). Die Menschen haben sich auf viele unterschiedliche Weisen an dieses Seil gehalten. Teile des seidenen Überwurfs (Kiswa) der Kaaba mit seinen goldenen Stickereien wurden früher jedes Jahr nach Istanbul gebracht, und einzelne Fäden dieser Stoffe werden bis heute in Istanbul sorgfältig aufbewahrt.
Inspiriert vom Ausdruck ipuçları toplamak (‚Fadenenden aufsammeln‘, ‚Hinweisen nachgehen‘, ‚Spuren verfolgen‘) hat die Anthropologin Esther Voswinckel Filiz eine Vielzahl von Fäden zusammengetragen. Zwischen Wäscheleinen und Erzählfäden, zwischen Worten und Geweben, und von einem seltenen Stück armenischer Stickerei bis zur Lebendigkeit von weißem Tuch (tülbent) in den Übergangsriten von der Geburt bis zum Tod und darüber hinaus, beginnt eine Erkundung textiler Formen des Wissens. Textile Forschungspraktiken, wie sie in der Installation vorgestellt werden, laden dazu ein, Hierarchien und Grenzen zwischen den Konzepten in den Metasprachen der Geistewissenschaften und zwischen Kategorien wie Methode, Medium und Material zu verschieben.
Mit Beiträgen von Ayda, Dilek & Artin Demirci, Ada Martella, Fatma Erol, Hediyeh Nobahar.
Die Veranstaltungssprache ist Englisch und Türkisch. Die Teilnahme ist kostenlos. Für eine Teilnahme vor Ort ist eine Anmeldung erforderlich. Registrieren Sie sich bitte über das untenstehende Formular. Während der Veranstaltung werden Fotos/Videos gemacht. Mit der Teilnahme erklären Sie sich mit deren Nutzung einverstanden. Die Veranstaltung wird nicht aufgezeichnet.
ORT
Orient-Institut Istanbul
Galip Dede Cad. 65, Şahkulu Mah., TR – 34421 Istanbul
Tel.: +90 212 293 60 67
oiist@oiist.org
www.oiist.org
ANMELDUNG
Für die Besichtigung der Installation am Freitag (21.5.), von 11.00–17.00 Uhr registrieren Sie sich bitte hier:
Details
- Datum: Mai 22
-
Zeit:
11:00 a.m. – 5:00 p.m.
- Veranstaltungskategorien: Ausstellung, Verfügbare Sprachen: Englisch, Verfügbare Sprachen: Türkisch
- Website: oiist.org
Veranstalter
- Lena Alpozan
- Telefon +90 – 212 293 60 67
- E-Mail alpozan@oiist.org
Veranstaltungsort
- Orient-Institut Istanbul
-
Şahkulu Mah., Galip Dede Cad. No. 65
Beyoğlu, İstanbul 34421 Turkey Google Karte anzeigen - Telefon +90 212 293 60 67
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