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Sarah Griswold: Die Wiederauferstehung der Vergangenheit: Archäologie und die Kolonialität des Wissens im französischen Mandat für Syrien und den Libanon

7. Mai 2026, 18:00–20:00 Uhr
Online-Vortrag
Sprache: Englisch
Discussant: Ceren Abi (Middle East Studies Association – MESA)
Wie trug die wissenschaftliche Befassung mit kulturellem Erbe zur Stabilisierung der Regime bei, die sich nach 1918 unter französischer Verwaltung in Syrien und im Libanon herausbildeten? Dieser Vortrag untersucht, wie Archäologie, Denkmalpflege und Museen eingesetzt wurden, um nach dem Ersten Weltkrieg politische Autorität zu etablieren. Dabei wird argumentiert, dass Kulturerbe keineswegs ein nachgeordnetes kulturelles Projekt darstellte, sondern vielmehr eine zentrale Technologie kolonialer Herrschaft war.
In Städten wie Beirut, Damaskus und Aleppo rangen Wissenschaftler:innen, Verwaltungsbeamte und lokale Akteur:innen um die Deutungshoheit über die Vergangenheit, die Kontrolle archäologischer Funde sowie die Definition historischen Werts. Indem der Vortrag die französische Verwaltung in breitere intellektuelle und politische Entwicklungen ihrer Zeit einordnet, zeigt er, wie diese zu einem Knotenpunkt von Innovation, Konkurrenz und Austausch wurde, an dem koloniales Wissen hervorgebracht, zugleich jedoch auch infrage gestellt wurde.
Sarah Griswold ist derzeit Associate Professor für Geschichte an der Oklahoma State University sowie Associate Director des Center for the Humanities der Universität. Ab August 2026 wird sie Associate Professor für Geschichte am College of the Holy Cross sein. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die moderne französische Geschichte, Kulturerbe und Wissensproduktion. Ihr aktuelles Buch Resurrecting the Past: France’s Forgotten Heritage Mandate (Cornell University Press, 2025) untersucht Archäologie, Denkmalpflege und koloniale Regierungsformen im Mandatsgebiet Syrien und Libanon.
Dies ist der zweite Vortrag der gemeinsamen Vortragsreihe „Hubs, Networks, and Trajectories. The Making of Global Cooperation in the Humanities in Istanbul and Beyond“ organisiert in Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) Istanbul, dem Institut français d’études anatoliennes (IFEA), dem Netherlands Institute in Turkey (NIT), dem Orient-Institut Istanbul, dem Swedish Research Institute in Istanbul (SRII) und dem Pera Museum.
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Für die Online-Teilnahme ist keine Anmeldung erforderlich. Während der Veranstaltung können Fotos oder Videos aufgenommen werden. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich einverstanden, dass diese auf der Website, im Newsletter oder in den sozialen Medien des OII verwendet werden dürfen. Die Veranstaltung wird nicht aufgezeichnet.
ONLINE-TEILNAHME
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Meeting-ID: 962 8073 4298
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