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„Wenn der Tag in den Abend übergeht“: Das literarische Werk von Selim İleri

29. April, ab 14:30 Uhr / 30. April, ab 10:00 Uhr
Konferenz
Orient-Institut Istanbul
Sprache: Türkisch
Das Symposium, das anlässlich des Geburtstags von Selim İleri stattfindet, ist zugleich als Gedenkveranstaltung und als literaturwissenschaftliche Annäherung an ein Werk konzipiert, das sich in bemerkenswerter Vielfalt über Erzählung, Roman, Kritik, Essay und Drehbuch erstreckt. Die Auseinandersetzung mit Selim İleri eröffnet dabei nicht nur den Blick auf ein einzelnes Œuvre, sondern auf einen literarischen Raum, der von einem ausgeprägten historischen Bewusstsein durchzogen ist: ein Schreiben, das die Bruchlinien, Übergänge und prägenden Konstellationen der türkischsprachigen Literatur sichtbar macht und reflektiert.
Die Eröffnung am 29. April durch Zeynep Uysal und Christoph K. Neumann markiert den Auftakt zu einem Programm, das sich bewusst zwischen dokumentarischer Spurensuche und interpretatorischer Vertiefung bewegt. Zunächst macht Murat Gülsoy eine bislang unveröffentlichte Interviewaufnahme mit Selim İleri zugänglich und bietet damit die seltene Möglichkeit, den Autor selbst als Stimme seines eigenen literarischen Denkens zu hören. Auf die einführende Kontextualisierung von Werk und Poetik folgt eine Gesprächsrunde mit Weggefährt:innen, in der sich persönliche Erinnerung und literarische Verortung überlagern.
Der zweite Tag richtet den Fokus stärker auf analytische Perspektiven: In drei Panels werden zentrale Dimensionen von İleris Schreiben – insbesondere im Spannungsfeld von Kritik, Intertextualität und Gattungsüberschreitung – diskutiert. Dabei wird deutlich, wie sehr sein Werk von Bewegung geprägt ist: zwischen Texten, Traditionen und Formen. Den Abschluss bildet eine weitere Runde mit Freund:innen und Weggefährt:innen, in der Selim İleri als Autor und Zeitgenosse gleichermaßen präsent wird.
Organisiert in Zusammenarbeit mit der Boğaziçi-Universität, dem Nazım-Hikmet-Zentrum und dem Orient-Institut Istanbul.
Die Veranstaltungssprache ist Türkisch. Die Teilnahme ist kostenlos. Für eine Teilnahme vor Ort registrieren Sie sich bitte über das untenstehende Formular. Während der Veranstaltung werden Foto- und Videoaufnahmen gemacht. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich mit deren Verwendung auf der Website, im Newsletter und in den sozialen Medien des OII einverstanden. Die Veranstaltung wird aufgezeichnet.
VERANSTALTUNGSORT
Orient-Institut Istanbul
Galip Dede Cad. 65, Şahkulu Mah., TR – 34421 Istanbul
Tel: +90 212 293 60 67
oiist@oiist.org | oiist.org
ANMELDUNG
Für die Teilnahme vor Ort registrieren Sie sich bitte hier:
PROGRAMM
Mittwoch, 29. April
14:30 Uhr – Eröffnung
14:45–17:00 Uhr DER AUTOR DER SEPIAFARBENEN ZEITEN
Moderation: Christoph K. Neumann (Orient-Institut Istanbul)
Murat Gülsoy
„Ich liebe den naiven Leser“: Murat Gülsoy im Gespräch mit Selim İleri
Özge Şahin (Mimar-Sinan-Universität)
Selim İleri und sein Werk aus der Perspektive von Selbst und Fiktion
Zeynep Uysal (Boğaziçi-Universität)
„Ist all dies nicht geschehen, nicht erlebt worden?“ Selim İleris gelebte und geschriebene Welten
Olcay Akyıldız (Boğaziçi-Universität)
Bevor „die eigentliche Sache“ zur Sprache kommt: Die Möglichkeiten des Aufschubs bei Selim İleri
17:00–17:30 Uhr – PAUSE
17:30–19:00 Uhr FREUND:INNEN ERINNERN SICH AN SELİM İLERİ
Moderation: Deniz Yüce Başarır
Birhan Keskin
Ömer Erdem
Ayşe Sarısayın
Donnerstag, 30. April
10:00–12:45 Uhr „DIE VERGANGENHEIT IST DIE ZUKUNFT“: KRITIK UND INTERTEXTUELLE BEZIEHUNGEN
Moderation: Halim Kara
Selim S. Kuru (University of Washington, Seattle)
Angst und Sensibilität: Roman, Gesellschaft und Leben in Yaşarken ve Ölürken
Yusuf Çopur
Selim İleri: Gestern – Heute – Morgen
Deniz Aktan Küçük (Sabancı-Universität)
Von den schwarzen Tagen eines langen Winters zu staubigen Liebesromanen:
Selim İleri als Leser von Aşk-ı Memnu und Autor von Ölünceye Kadar Seninim
11:15–11:30 Uhr – PAUSE
Demet Karabulut Dede (Istanbul Bilgi Universität)
Der Rhythmus der Wellen: Literarischer Dialog mit Virginia Woolf in Selim İleris Bodrum-Tetralogie
Fatih Altuğ (Boğaziçi-Universität)
Kritik und Affekt in Selim İleris Beiträgen für die Zeitungen Politika und Dünya
Sibel Yılmaz (Technische Universität des Nahen Ostens)
Zwischen Bewunderung und Distanz: Tanpınar im persönlichen Kanon Selim İleris
12:45–14:00 Uhr – MITTAGSPAUSE
14:00–16:10 Uhr: SELİM İLERIS ERZÄHLUNGEN UND ROMANE ALS „SPALTUNG DES GEISTES“
Moderation: Nüket Esen
Oktay Yivli (Muğla Sıtkı Koçman Universität)
Charakteristika von Selim İleris Erzählkunst
Tamer Kütükçü (Sabancı-Universität)
Grenzüberschreitungen und Grenzziehungen in männlichen Annäherungen bei Selim İleri
14:40–14:50 Uhr – PAUSE
Hüsna Baka (Boğaziçi-Universität)
Die verbannten Wesen in Her Gece Bodrum
Erkan Irmak (Sabancı-Universität)
Warum habe ich mein Werk „neu“ geschrieben?
Unterschiede zwischen zwei Versionen von Ölünceye Kadar Seninim
Cüneyt Yüce (Medipol-Universität)
Die Ästhetik von Hass und Niedertracht in Mel’un: Bir Us Yarılması
16:10–16:25 Uhr – PAUSE
16:25–17:45 Uhr „BILDER, DIE DURCH DIE JAHRE VERWEHT WERDEN“: SELİM İLERİ ZWISCHEN DEN GATTUNGEN
Moderation: Zeynep Uysal
Sevgin Özer (Sabancı-Universität)
Literatur, Identität und kultureller Wandel an den Tafeln in Selim İleris Träumen
Esra Dicle (Boğaziçi-Universität)
Selim İleris biografische Dramen
Nurseli Gamze Korkmaz (Ankara Yıldırım Beyazıt Universität)
Fließende Pronomen, fließende Bewusstseinslagen: Der unzuverlässige Erzähler in Sen Diye Biri
17:45–18:00 Uhr – PAUSE
18:00 Uhr SELİM İLERİ: ZEUGNISSE UND GEMEINSCHAFTEN
Moderation: Figen Şakacı
Deniz Durukan
Turgay Kantürk
Burcu Aktaş
